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Wahnsinn, was für eine wilde Reise hinter mir liegt. Dieses Mal habe ich mir bewusst mehr Zeit mit dem Rückblick gelassen, denn 2019 haben wir nicht nur ein weiteres Jahr verabschiedet, sondern auch ein ganzes Jahrzehnt und zugleich die zweite Dekade des gefühlt noch immer sehr jungen neuen Jahrtausends. Unglaublich wie rasant die vergangenen 12 Monate teilweise an mir vorbei galoppierten und auch wenn das Ende der Neunziger nun schon ganze 20 und der Beginn dieser Ära sogar schon 30 Lenze zurückliegt, bin ich dem mitunter schrillsten und schnellsten aller Jahrzehnte näher denn je.

Zum Rock Hard Festival bin ich dieses Mal gewandert!

Kein Wunder, denn 2019 war erfüllt von ganz persönlichen Jubiläen und im Zuge meiner fast grenzenlosen Nostalgie habe ich mir einige langersehnte Wünsche erfüllt. Angefangen hat dieser kleine Trip auf der Straße der Erinnerung während meines zweiten Berlin-Aufenthalts ’19 und der einzigen Deutschland-Show der Smashing Pumpkins! Die Truppe aus Chicago hat schon seit weit über 25 Jahren einen ganz besonderen Platz in meinem Fangirl-Herzen. Wenngleich alternative Klänge sogar noch länger Teil meines ganz eigenen Musikuniversums ist. Es war Ende 1992, als ich in den Weihnachtsferien in Florida erstmals mit dieser düsteren Seite des Rocks in Berührung kam. Nirvana’s Kultalbum „Nevermind“ erhielt damals Einzug und ich war somit schon infiziert noch bevor die Hype-Welle über den Großen Teich nach Europa bzw. Deutschland so richtig rüber schwappte. Endgültig erliegen bin ich seit dem so kurzen wie gewaltigen Höhepunkt-Jahr 1994. Denn der 5. April läutete bekanntermaßen den Abgesang des Seattle-Sounds ein. Für mich starb Grunge zum Glück nicht mit seinem bedeutendsten Vertreter Kurt Cobain, aber sein Suizid hat mich damals mit 11 Jahren heftig erwischt und es flossen nicht nur einmal bittere Tränen. Zurück in der Gegenwart hat Courtney Love nicht nur ihren Gatten und diverse Besetzungswechsel ihrer Band Hole überlebt, sondern auch die sehr spezielle Freundschaft mit Oberkürbiskopf Billy Corgan. Von dessen Bühnenqualitäten konnte ich mich am 5. Juni voll und ganz überzeugen. Das lange Warten auf das fast komplette Original-Lineup hat sich gelohnt, aber neben Mastermind WPC, Gitarrist James Iha und Schlagzeuger Jimmy Chamberlin hätte ich mir wirklich sehr D’arcy Wretzky am Bass gewünscht, oder Melissa Auf der Maur.

Full Frontal Fotograben: Party in der Bonner Rheinaue

Ebenfalls 1994 entdeckte ich auch eine Boyband für mich – von diesem Phänomen kann ich mich als Kind der 90s nicht nur nicht freisprechen, ich stehe voll und ganz dazu. Doch während die meisten Mädels bei Take That oder den Backstreet Boys hängen blieben, führte mich mein Weg von NKOTB (New Kids On The Block für alle, Nichtkenner) über TT und BSB zu den absoluten Bad Boys aus Großbritannien: East 17. Die waren anders, rauer, wirkten gefährlicher und verströmten etwas Animalisches. Album und Single „Steam“ machten mich ein für alle Mal zum Fan und die Liebe ist bis dato ungebrochen. Wie der Zufall es so wollte oder nennen wir es einfach Schicksal, waren East 17 oder vielmehr die singenden, rappenden und tanzenden Überreste der ursprünglichen Formation (Tony Mortimer, John Hendy & Brian Harvey haben sich leider nacheinander verabschieded) vertreten durch Terry Coldwell und zwei Neuzugänge als Teil der Festival-Tour „Die 90er Live“ Anfang August auch in Bonn zu Gast. Unzählige imaginäre Ohnmachtsanfälle, E-Mails, Abwesenheitsnotizen, Weiterleitungen und Antworten später war ich um eine Akkreditierung reicher und konnte endlich auch dieses Kapitel nachholen. Und was soll ich sagen, ein viertel Jahrhundert später, war ich auf Knopfdruck wieder 12 und freute mich wie irre. Ach ja, und CITA (Caught in the Act)-Fan bin ich jetzt übrigens auch. So schnell kann es gehen, denn auch wenn meine prä-pubertäre Vor-Teeniezeit längst vorbei ist, haben die Boybands nichts an Wirkung verloren.

Kelly-Mania in Köln: Ich wollte schon immer blaue Haare haben!

Und Schwupps, war 2019 schon fast wieder vorbei, doch eine Sache gab es dann doch noch zu erledigen, um ein ganz besonderes Ereignis noch einmal aufleben zu lassen. Ebenfalls 1994 habe ich nämlich das erste Konzert meines Lebens erlebt. Wer jetzt mit einer der diversen Acts aus Alternative, Crossover, Grunge oder Punk rechnet, die ich damals schon hörte und heute immer noch abfeier, der irrt. Denn es war die Kelly Family, die mich aus dem Kinderzimmer vor die Bühne brachte und zwar in einem Zirkuszelt. Die Leihgabe des Zirkus Roncalli stand praktischer Weise im Sportpark Wedau in Duisburg, der Stadt in der ich damals wohnte. Auch wenn es nicht DER legendäre Auftritt in der Dortmunder Westfalenhalle war, die für die irische Großfamilie den Durchbruch bedeutete, so war es in diesem bahnbrechenden Jahr. Genauer gesagt am 23.12.1994 und somit an Angelos 13. Geburtstag! Ich selber war erst zwei Monate und 20 Tage zuvor 12 geworden. Als hätten die Kellys es geahnt, brachten sie pünktlich zu meinem Jubiläum ihr neues Album mit dem Titel „25 Years Later“ raus und gingen dann auch mal so eben auf große Jubiläums-Tour zu „25 Years Over The Hump“. Bereits einige Wochen zuvor, habe ich es mir nicht nehmen lassen, beim Videodreh zur Single „Fire“ mitzuwirken und natürlich auch Bilder mit der Familie geschossen. So habe ich es nun also geschafft, exakt 25 Jahre und drei Tage später, die Kelly Family ein zweites Mal zu sehen und dann noch zwei Mal innerhalb von vier Tagen. Diese drei Shows gehören zu den schönsten überhaupt und Vergleichsmöglichkeiten habe ich mehr als genug. Hoffentlich dauert bis zum nächsten Wiedersehen nicht ganz so lange Bis es so weit ist, werden vielleicht noch weitere 90er-Urgesteine ihren Weg zurückfinden in die Eventhallen dieses Landes. Es bleibt spannend, 2020: Ich bin bereit für dich!

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